DA PACEM, DOMINE – Für den Frieden

FÜR DEN FRIEDEN – KONZERT DES BACHCHORS UND DER MÜNCHNER
BACHSOLISTEN AM 09. JUNI 2024

Mit Johann Sebastian Bachs Kantate „Aus der Tiefen“, den „Metamorphosen“ von
Richard Strauss und dem „Da pacem, Domine“ von Peteris Vasks verbinden sich
drei markante Werke aus drei unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen zu
einem musikalischen Bekenntnis für Frieden und Hoffnung. Bach schrieb seine
Kantate im Alter von 22 Jahren in Mühlhausen möglicherweise unter dem
Eindruck eines verheerenden Brandes, der große Teile der Stadt vernichtet hatte.
Kaum ein anderer Text als der des 130. Psalms „De profundis“ beschreibt die
Ohnmacht des Menschen und gleichzeitig Gott als einzige Hoffnung auf Erlösung
in derart eindrücklichen Worten. Unter dem Eindruck des zerstörten München
begann der 81-jährige Richard Strauss im August 1945 mit der Komposition seiner
„Metamorphosen“ – Studie für 23 Solostreicher, sie sind seine eindringlichste
Trauermusik geworden. Am Ende des Werkes zitiert er in den tiefen Streichern das
Thema des Trauermarsches aus Beethovens „Eroica“ und überschreibt es in der
Partitur mit „In memoriam“ – Verzweiflung und Resignation hinsichtlich der
vernichteten Kultur in Deutschland. Mit „Da pacem, Domine“ des in Riga lebenden
lettischen Komponisten Peteris Vasks (*1946) beschießt ein zutiefst ergreifendes
Werk unserer Zeit den Konzertabend. Als Auftragswerk für den lettischen
Rundfunk im Jahr 2016 geschrieben, vertont es in beklemmend intensiver
Tonsprache eine gregorianische Antiphon, die Martin Luther so treffend und leider
bis in unsere Tage aktuell übersetzte: „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott,
zu unsren Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn
du, unser Gott, alleine.“

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